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Hitschmann, Friedrich: Dichter's Trost. In: Lecher, Zacharias Konrad (Hrsg.): An der schönen blauen Donau, Titelzusatz Beilage der »Presse«, 6. Heft, S.130. Wien, 15. März 1893.
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Dichters Trost.
Der Dichter hat geschrieben
Mit flammendem Gemüth
Sein Leben und sein Lieben,
Er sprach sie aus im Lied.
Sein Fürchten und sein Hoffen,
Sein Weh’ und auch sein Glück,
Er hat sie klar und offen
Enthüllt vor jedem Blick.
Nun harrt er zweifelsbange,
Ob das wol, was er sang,
In fremder Brust erlange
Den süßen Widerklang.
O, wie entzückt er lauschet,
Wenn traurig bald, bald hell
Von fremder Lippe rauschet
Der eig’ne Liederquell.
Denn jeder dieser Klänge
Ist ihm ein holdes Pfand,
Es schlage in der Menge
Ein Herz, das ihn verstand,
Das, was er selbst durchlebte,
Theilnehmend lebte mit,
Das mit ihm rang und strebte
Und mit ihm klagt’ und litt.
Doch wem so traute Weise
Nie drang an’s trunk’ne Ohr,
Wem der Gesang sich leise
Und ungehört verlor,
Der mag den Blick erheben
Zum Vöglein in dem Laub,
Dess’ Lieder auch verschweben,
Dem flücht’gen West zum Raub,
Auf daß er sich bescheide
Und spreche still zu sich:
Wenn nicht für And’rer Freude,
So klang mein Lied für mich.